Warum sich Baunebenkosten nicht auf den Euro genau berechnen lassen
Zu den häufigsten Fragen in der Hausplanung gehört, mit welchen Gesamtkosten zu rechnen ist. Das ist verständlich. Schließlich hängen davon wichtige Entscheidungen ab – zum Beispiel, wie viel Geld für das Grundstück zur Verfügung steht oder welche monatliche Finanzierung realistisch ist. Genau an diesem Punkt müssen wir jedoch ehrlich sein: Nicht alle Baunebenkosten lassen sich bereits zu Beginn verbindlich beziffern. Einige Positionen stehen früh fest, viele können wir auf Grundlage unserer Erfahrung realistisch einschätzen und andere ergeben sich erst im weiteren Verlauf des Bauvorhabens. Deshalb gehört zu einer seriösen Kostenplanung auch, offen über mögliche Unsicherheiten zu sprechen.
Unser Ziel ist deshalb nicht, möglichst früh eine Zahl zu nennen, sondern eine Kostenplanung zu erstellen, die auch dann noch trägt, wenn sich einzelne Positionen im Laufe des Bauvorhabens verändern.
Welche Kosten bereits früh feststehen
Ein Teil der Baunebenkosten lässt sich bereits zu Beginn des Bauvorhabens zuverlässig einplanen. Dazu gehören beispielsweise der Kaufpreis des Grundstücks sowie die damit verbundenen Kosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten. Auch eine eventuell anfallende Maklerprovision steht in der Regel früh fest. Diese Kosten lassen sich bereits früh in die Finanzierung einbeziehen und schaffen eine verlässliche Grundlage für die weitere Planung.
Schlüsselfertig ist nicht immer schlüsselfertig
Wer Hauspreise verschiedener Anbieter miteinander vergleicht, sollte nicht nur auf den Endpreis achten. Ebenso wichtig ist der Leistungsumfang. Der Begriff „schlüsselfertig“ ist nicht gesetzlich definiert und kann je nach Anbieter unterschiedliche Leistungen umfassen. Was bei einem Haus bereits im Preis enthalten ist, muss bei einem anderen zusätzlich beauftragt oder bezahlt werden. Deshalb lassen sich Hauspreise nur dann sinnvoll vergleichen, wenn auch die enthaltenen Leistungen gegenübergestellt werden.
Deshalb lohnt es sich, Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern immer auch nach dem enthaltenen Leistungsumfang zu vergleichen.
Welche Kosten sich realistisch kalkulieren lassen
Nicht alle Baunebenkosten stehen zu Beginn des Bauvorhabens verbindlich fest. Trotzdem bedeutet das nicht, dass die Kostenplanung reine Spekulation ist. Durch unsere Erfahrungen aus zahlreichen Bauvorhaben können wir viele Positionen realistisch einschätzen und bereits früh in die Gesamtkalkulation einbeziehen. Diese Erfahrungswerte ersetzen zwar keine späteren Angebote oder Bescheide, sie schaffen jedoch eine belastbare Grundlage für die Finanzierungsplanung. Deshalb unterscheiden wir von Anfang an zwischen verbindlich feststehenden Kosten und Kosten, die zunächst auf Erfahrungswerten beruhen.
Warum die Hausanschlusskosten erst später feststehen
Wer bereits im ersten Beratungsgespräch nach den Hausanschlusskosten fragt, erhält zunächst nur eine realistische Kosteneinschätzung. Nicht, weil niemand die Kosten nennen möchte, sondern weil dafür wichtige Unterlagen noch gar nicht vorliegen.
Die Versorgungsunternehmen benötigen dafür in der Regel den amtlich vermessenen Lageplan mit Höheneinordnung. Dieser wird erst erstellt, nachdem die Finanzierung gesichert ist und der Bauherr den Startschuss für das Bauvorhaben gegeben hat. Erst dann kann der Vermesser die erforderlichen Unterlagen liefern.
Bis dahin können die Hausanschlusskosten nur auf Grundlage von Erfahrungswerten eingeschätzt werden. Die endgültigen Kosten ergeben sich erst, wenn alle notwendigen Unterlagen vorliegen und die Versorgungsunternehmen ihre Berechnungen erstellen.
Warum das Bodengutachten Einfluss auf die Kosten haben kann
Mit dem Bodengutachten verhält es sich ähnlich. Es gehört bei unseren Häusern zum Leistungsumfang und schafft die Grundlage für die weitere Planung. Dabei wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die im Hauspreis enthaltene Standardgründung erfüllt sind oder ob die Bodenverhältnisse besondere Maßnahmen erforderlich machen.
Entscheidend sind dabei unter anderem die Tragfähigkeit des Bodens, der Grundwasserstand, die Zusammensetzung des Untergrunds oder das Geländegefälle. Je nach Ergebnis kann es beispielsweise notwendig sein, Boden auszutauschen, aufzufüllen oder zu verdichten. Auch eine angepasste Gründung kann erforderlich werden. Ob und in welchem Umfang solche Maßnahmen notwendig sind, lässt sich erst nach Auswertung des Bodengutachtens beurteilen.
Welche Kosten Bauherren selbst beeinflussen können
Nicht alle Baunebenkosten ergeben sich aus gesetzlichen Vorgaben, den Gegebenheiten des Grundstücks oder technischen Anforderungen. Einen Teil der Gesamtkosten können Bauherren selbst beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise die Gestaltung der Außenanlagen, eine Garage oder ein Carport, Pflasterarbeiten, Zäune oder weitere Maßnahmen, die nicht unmittelbar zum Hausbau gehören.
Oft müssen diese Arbeiten nicht sofort umgesetzt werden. Deshalb lohnt es sich, bereits bei der Kostenplanung zu überlegen, welche Leistungen direkt mit dem Hausbau erfolgen sollen und welche auch zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können. So bleibt die Finanzierung flexibel, ohne dass auf wichtige Wünsche dauerhaft verzichtet werden muss.
Warum sich Bemusterungskosten nicht pauschal berechnen lassen
Die Frage nach den Mehrkosten für zusätzliche Steckdosen, Einbauspots oder andere Sanitärobjekte stellt sich oft schon im ersten Beratungsgespräch. Eine verbindliche Antwort ist zu diesem Zeitpunkt jedoch meist noch nicht möglich. Denn der Preis setzt sich nicht nur aus dem Material zusammen, sondern auch aus der späteren handwerklichen Ausführung.
Zu Beginn der Planung stehen weder die ausführenden Handwerksbetriebe noch die endgültigen Ausführungszeichnungen fest. Erst auf dieser Grundlage können die beteiligten Unternehmen die gewünschten Änderungen kalkulieren und ihre Preise ermitteln. Deshalb lassen sich Bemusterungswünsche anfangs nur grob einschätzen. Die verbindlichen Mehrkosten stehen erst im Rahmen der Bemusterung und der anschließenden Ausführungsplanung fest. Auch wenn einzelne Produkte bereits bekannt sind, lässt sich daraus noch kein verbindlicher Gesamtpreis ableiten.
Warum eine solide Kostenplanung mehr Sicherheit gibt
Eine gute Kostenplanung bedeutet nicht, jeden Euro von Anfang an exakt zu kennen. Sie bedeutet, alle bekannten Kosten realistisch zu erfassen, Erfahrungswerte sinnvoll einzuordnen und für unvorhersehbare Entwicklungen genügend finanziellen Spielraum einzuplanen. Unser Ziel ist nicht die niedrigste Kalkulation, sondern eine Finanzierung, die auch dann noch funktioniert, wenn sich einzelne Positionen im Laufe des Bauvorhabens verändern.
Fazit: Eine gute Kostenplanung schafft Sicherheit
Eine realistische Kostenplanung schafft Sicherheit – nicht nur für die Finanzierung, sondern für das gesamte Bauvorhaben. Deshalb gehört es für uns zu einer seriösen Beratung, neben verbindlichen Kosten auch über Positionen zu sprechen, die sich erst im Laufe der Planung konkretisieren.




