Eine PV-Anlage verändert die Belastung des Daches
Wird eine Photovoltaikanlage erst Jahre nach dem Hausbau installiert, kommt zusätzliche Last auf eine Dachkonstruktion, die ursprünglich für bestimmte Belastungen berechnet wurde. Neben den Modulen selbst gehören dazu auch Unterkonstruktion und Befestigung.
Ob das vorhandene Dach diese zusätzlichen Lasten aufnehmen kann, lässt sich deshalb nicht allein anhand von Alter, Dachform oder äußerem Zustand beurteilen. Vor der Montage sollte geprüft werden, ob die bestehende Dachkonstruktion für die geplante Anlage ausreichend tragfähig ist.
Dabei geht es nicht darum, dass ältere Dachstühle grundsätzlich ungeeignet wären. Entscheidend sind vielmehr die konkrete Konstruktion des Hauses und die zusätzlichen Einwirkungen durch die geplante PV-Anlage.
Nicht nur das Gewicht der Module spielt eine Rolle
Bei der statischen Beurteilung geht es nicht allein darum, wie viel die Photovoltaikmodule und ihre Unterkonstruktion wiegen. Eine Anlage verändert auch, wie beispielsweise Wind- und Schneelasten auf das Dach und seine Konstruktion wirken.
Hinzu kommen die Befestigungspunkte, über die die entstehenden Kräfte in die vorhandene Dachkonstruktion eingeleitet werden. Deshalb reicht es nicht aus, lediglich zu prüfen, ob auf der Dachfläche genügend Platz für die gewünschte Anzahl an Modulen vorhanden ist.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus vorhandener Dachkonstruktion, geplanter Anlage, Befestigung und den am Standort zu berücksichtigenden Lasten.
Wer sollte die Tragfähigkeit prüfen?
Ob eine bestehende Dachkonstruktion für eine nachträglich geplante Photovoltaikanlage geeignet ist, sollte nicht allein anhand einer Besichtigung oder allgemeiner Erfahrungswerte entschieden werden. Für eine verlässliche Beurteilung müssen die vorhandene Konstruktion und die konkrete geplante Anlage zusammen betrachtet werden.
Dafür kann eine statische Prüfung durch einen entsprechend qualifizierten Fachplaner erforderlich sein. Hilfreich sind dabei vorhandene Unterlagen zum Gebäude, beispielsweise die ursprüngliche Statik und Pläne des Dachstuhls. Sie geben Aufschluss darüber, wie die Konstruktion berechnet und ausgeführt wurde.
Gerade bei einem nachträglichen Einbau sollte deshalb vor der Montage geklärt sein, wer die statische Eignung des vorhandenen Daches für die konkrete PV-Anlage fachlich beurteilt.
Warum die Prüfung vor der Montage erfolgen sollte
Ob eine Dachkonstruktion für die zusätzliche Belastung geeignet ist, sollte geklärt werden, bevor die Photovoltaikanlage montiert wird. Denn ist die Anlage erst einmal auf dem Dach, lässt sich eine fehlende Tragfähigkeit nicht dadurch ausgleichen, dass im normalen Betrieb zunächst keine Auffälligkeiten erkennbar sind.
Zeigt sich bei der Prüfung, dass die vorhandene Konstruktion für die geplante Anlage nicht ausreicht, kann vor der Montage geklärt werden, ob die Anlage angepasst oder die Dachkonstruktion verstärkt werden muss.
Damit wird die statische Prüfung zu einem Teil der Planung der Nachrüstung – und nicht erst zu einem Thema, wenn später Veränderungen am Gebäude auffallen.
Fazit: Vor der Nachrüstung die Dachkonstruktion prüfen
Eine Photovoltaikanlage lässt sich auch auf einem bestehenden Haus nachrüsten. Ob die vorhandene Dachkonstruktion dafür geeignet ist, sollte jedoch nicht vorausgesetzt werden – unabhängig davon, wie alt das Haus ist oder welchen Eindruck das Dach von außen macht.
Entscheidend sind die konkrete Konstruktion und die zusätzliche Belastung durch die geplante Anlage. Deshalb sollte vor der Montage geklärt werden, ob das vorhandene Dach die zusätzlichen Lasten sicher aufnehmen kann.
So lässt sich bereits bei der Planung feststellen, ob die Anlage wie vorgesehen umgesetzt werden kann oder ob zuvor Anpassungen an Anlage oder Dachkonstruktion erforderlich sind.




